Ton des Monats Juli

f3

»Also dieser Teil geht bis Takt 24 und dann kommt ja das Gejaule.«

So hat vor einigen Jahren ein Mitschüler den Koloraturgesang der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte beschrieben. Konkret meinte er den sängerischen Hochleistungssport, der notwendig ist, um den Spitzenton f”’ sauber und rein zu intonieren. Und das gleich vier Mal. Das f drei – oder auch dreigestrichenes f  genannt – liegt eine ganze Oktave über dem f”. Um das zu erkennen, muss man kein Meister sein. Aber jeder, der schon einmal das f” gesungen hat, weiß: Es ist hoch. Und dann muss frau noch eine ganze Oktave drauflegen.

Von einem gewöhnlichen Sopran wird ein Stimmumfang vom c’ bis zum a” erwartet. Da liegt das f”’ deutlich darüber.

Kein Wunder also, dass es nicht sehr häufig in den Partituren der gängigen Musikliteratur auftaucht. Mozart hat es übrigens auch in seiner Konzertarie Popoli di Tessaglia mehrfach eingebaut und Jules Massenet schickt die Esclarmonde in seiner gleichnamigen Oper sogar über das f”’ hinaus zum g”’.

Vermutlich aufgrund der überirdischen Anforderungen hat es Der Hölle Rache aus der Zauberflöte (mit Edda Moser als Königin der Nacht) in die Auswahl der Voyager Golden Record geschafft und wurde auf einer Daten-CD als Botschaft für Außerirdische ins All geschickt. Diese Platte hat also in den Raumsonden Voyager 1 & 2 das Sonnensystem verlassen. Überirdisch eben.

Quelle: imslp.org
Quelle: imslp.org
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